Zweites Halbjahr 2004

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Samstag, 20. November 2004, 20.30h, Vario Bar, 4600 Olten
STEFAN PAVELKA TRIO

Stefan Pavelka p, Annatina Escher b, Peter Preibisch dr

Jahreszeitgemässer Jazz zum Saisonende? Sicher ist und bleibt das Pianotrio eines der intimsten Formate im Jazz. Die Energieströme sind diffus, feinfühlig nicht vergleichbar einer Hardbop-Combo oder einer Fusiontruppe. Der Zürcher Pianist Stefan Pavelka kommt von der klassischen Musik, was sich in seinem Spiel stets bemerkbar macht. Vielleicht ist es sein Anschlag, seine harmonischen Exkurse in die Gefilde der Harmonik der Romantik oder einfach die schlichte Schönheit seiner Kompositionen. Jedenfalls hat es uns dieses Pianotrio angetan. Begleitet wird er von Annatina Escher am Kontrabass – auch dies eine Seltenheit. Dennoch kämpft diese junge Frau scheinbar ohne Anstrengung gegen die Mächtigkeit ihres Instruments, überwindet die weiten Distanzen souverän. Und der dritte im Bunde, Drummer Peter Preibisch, weiss dass weniger mehr ist. Manchmal reicht ein kleiner Wirbel auf dem Tom oder ein Streicheln der Snaredrum mit den Besen völlig aus um einer wunderschönen Ballade quasi zur Vollkommenheit zu verhelfen.

Stefan Pavelka Trio (2003): The meaning of distance. (SPT 210503).




Samstag, 18. Dezember 2004, 20.30h, Vario Bar, 4600 Olten
STEFAN RUSCONI TRIO

Stefan Rusconi p, Fabian Gisler b, Claudio Strüby dr
Ein weiterer Stefan und ein weiteres Pianotrio. Stefan Rusconi ist uns allen in bester Erinnerung geblieben. Was er an den 4. Oltner Jazztagen in der Band von Christoph Merki auf den Tasten des Fender Rhodes drückte war schlicht und einfach grossartig. Genau solche jungen, bestausgeblidete Musiker mit Traditionsbewusstsein aber dezidiert eigenen Ideen jenseits jedes Neokonservativismus braucht der Schweizer Jazz. Das Trio existiert seit 2001 und hat in Montreux den Chrysler-Award gewonnen. Zurecht erhielt Rusconi nicht nur für seine ausgereiften Kompositionen 2002 den Hauptförderpreis der Masterclasses „Generations“ in Frauenfeld. Auch Fabian Gisler begeisterte an den Jazztagen in der Band von Markus Hauser – man erinnere sich an sein brillantes Solo an diesem Abend. Er ist zweifelsohne der interessanteste junge Kontrabassist der Schweiz: grundsolide, intonationssicher, flink! Mit dem erst 24-jährigen Claudio Strüby, der an der Musikhochschule Luzern studierte können wir aber auch noch ein neues Gesicht präsentieren und sind auf diese intime jazzige Vor-Weihnachtsfeier gespannt.

Rusconi Trio (2004): Scenes and sceneries. (Brambus 200488-2).



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